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Bürgerschaftliches Engagement für die Energiewende im Ostseeraum stärken

Von: Br

Ein neues Projekt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) stärkt die partnerschaftliche Zusammenarbeit für erneuerbare Energien. „Co2mmunity“ möchte Bürgerinnen und Bürger im Ostseeraum unterstützen, erneuerbare Energieanlagen zu errichten und von Erfahrungen aus anderen Ländern zu lernen. Das von der Europäischen Union im Rahmen des INTERREG-Ostseeraum-Programms geförderte Projekt startete am 1. Oktober 2017. Es hat eine Laufzeit von drei Jahren und ist mit einem Budget von knapp 3,15 Millionen Euro ausgestattet. 496.000 Euro davon gehen an die CAU.

„Angesichts der globalen Herausforderung des Klimawandels sind Forschungsinstitutionen noch stärker gefordert als bisher, aufzuklären und Menschen zu vernetzen“, sagte CAU-Vizepräsidentin Professorin Karin Schwarz.

Das Projekt und die wissenschaftliche Begleitforschung leitet Dr. Fabian Faller vom Geographischen Institut der Kieler Uni. Weitere Partnerinstitutionen kommen aus Deutschland, Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen und Schweden. Um das bürgerschaftliche Engagement voranzuführen, sollen sogenannte RENCOPs (Renewable Energy Cooperative Partnership) aufgebaut werden. Das sind strategische Partnerschaften, die aus unterschiedlichen Interessensvertretern bestehen, wie zum Beispiel landwirtschaftliche Betriebe mit einer Biogasanlage, lokale Heizungsbaubetriebe und ein Mitglied aus der Vertretung kleiner Gemeinden. Diese können Bürgerenergieprojekte gemeinsam initiieren, entwickeln, finanzieren, umsetzen und betreiben. So könnten Haushalte für den eigenen Bedarf beispielsweise gemeinschaftlich in Windenergie, Biogas oder Photovoltaik investieren.

„Die Situation für Bürgerenergieprojekte ist im Ostseeraum sehr unterschiedlich. Es gibt Vorreiterregionen wie Schleswig-Holstein oder Dänemark sowie andere Regionen, die erneuerbare Energien erst entdecken“, sagt Projektkoordinatorin Gerlind Wagner-Vogel vom Geographischen Institut der CAU. Als Beispiel für eine strategische Partnerschaft ist ein bereits bestehendes Projekt in der Gemeinde Sparkebüll, Kreis Nordfriesland, zu nennen. Es ist ein Modellprojekt für die Wärmeversorgung im ländlichen Raum. „Bemerkenswert ist die hohe Anschlussdichte im Dorf“, erklärt Wagner-Vogel, „Durch die Zusammenarbeit von Gemeindevertretern, Bürgern und Biogasanlagenbetreiber ist es gelungen, fast alle Gebäude in der Gemeinde an das Wärmenetz anzuschließen.“

Der transnationale Erfahrungs- und Wissensaustausch über gelungene Praktiken zwischen den RENCOPs könne mögliche Ursachen für Erfolge oder Hindernisse aufzeigen, die Erstellung von Bürgerenergieleitfäden unterstützen und somit zu einer Angleichung der Bedingungen beitragen. Ein Ziel des Projektes ist es deshalb, herauszufinden, welche Zusammensetzungen der RENCOPs besser oder eben schlechter funktionieren. Eingebunden werden dabei Gemeinden und Landkreise, Vereine, Bürgerinnen und Bürger sowie die Regional- und Landesplanung und Landespolitik. Für diese Zielgruppen werden Wissen und institutionelle Kapazitäten aufgebaut, damit sie evidenzbasierte Entscheidungen für Bürgerenergie treffen können.
(Bild: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel)

Weiter Informationen und Ergebnisse: www.co2mmunity.eu



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