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Nachlese zum Fachtag "Ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingshilfe", 10. Oktober 2017 in der Stadthalle Neumünster

Über 200 ehren- und hauptamtlich Aktive waren der Einladung des Sozialministeriums in die Stadthalle Neumünster gefolgt, um sich über die aktuelle Situation in der ehrenamtlichen Flüchtlinghilfe auszutauschen. Dr. Michael Hempel, Leiter der Abteilung „Soziales“ des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren betonte in seiner Eröffnungsrede den Nutzen hauptamtlicher Strukturen, die seit 2016 durch zwei Landesprogramme gefördert werden. Er stellte die Frage in den Raum, ob der Begriff Flüchtlingshilfe noch für alle Felder des Ehrenamtes zeitgemäß sei. Mittlerweile gehe es in der ehrenamtlichen Arbeit vielfach um Aspekte der Integration und der Nachbarschaftshilfe.

Dr. Ansgar Klein, Geschäftsführer des Bürgernetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE) hob in seinem Vortrag die Notwendigkeit von hauptamtlichen Unterstützungsstrukturen sowohl für die lokale als auch auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte hervor. Als Herausforderung benannte er den Umgang mit Frust und Überforderung bis hin zum Burnout bei den ehrenamtlich Engagierten in der Flüchtlingsarbeit und mahnte Strategien zum Umgang mit rechtsextremen und rassistischen Anfeindungen an.

Im anschließenden Dialog stellten Michael Paul und Huberta von Eberstein die Aufgaben der 15 Beratungsstellen für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe in den Kreisen/kreisfreien Städten und der 26 lokalen Koordinierungsstellen für ehrenamtliche Flüchtlingshilfe anschaulich vor.

Nach der Mittagspause wurden in vier sehr gut besuchten Arbeitsgruppen lebhaft aktuelle Fragen aus dem Ehrenamt vertieft. Alle Arbeitsgruppen brachten eine Frage in die anschließende Talk-Runde ein. Dort wurden – auch im Dialog mit dem Publikum - Perspektiven für ein zivilgesellschaftliches Engagement in der Zeiten der Integration diskutiert. Doris Kratz-Hinrichsen vom Diakonischen Werk Schleswig-Holstein forderte transparentere Strukturen und eine stärkere Wertschätzung der ehrenamtlichen Arbeit. Dr. Ansgar Klein vom BBE betonte den Nutzen einer landesweiten Engagementstrategie, wie sie andere Bundesländer bereits haben. Dies wurde von Dörte Peters - Vertreterin des Sozialministeriums - interessiert aufgenommen, zumal erste landesweite Vernetzungsstrukturen bereits aufgebaut wurden. Christian Müller vom Verein Kiel hilft Flüchtlingen e.V. bekräftigte die Forderung nach Unterstützung für das Ehrenamt und wies auf die sich verändernde Landschaft im Engagement hin.Aus Sicht der Verwaltung schilderte Silke Linne aus dem Kreis Pinneberg ihre Erfahrungen mit innerkommunaler Zusammenarbeit. In der lebhaften Diskussion zeigten sich viele neue Denkanstöße und Handlungsoptionen.

Gegen 16:30 Uhr verabschiedete der Moderator Fin Walden die Gäste und dankte für die rege Beteiligung und den intensiven Austausch.

Programmfalter als Download.

Präsentation von Dr. Ansgar Klein, Geschäftsführer des Bürgernetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE)

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Eindrücke aus der Veranstaltung

 

Fotos: © Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren