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Mittenmang Schleswig-Holstein e.V

Freiwilligenzentren von und für Menschen mit und ohne Behinderung

„mittenmang“ – der Name ist Programm seit 2005. Dieser norddeutsche Ausdruck bedeutet „mittendrin“ zu sein und nicht am Rand abseits zu stehen. In den Freiwilligenzentren mittenmang werden Menschen mit Behinderungen ermuntert, unterstützt und begleitet, um sich für Andere zu engagieren. Im Bundesmodellprogramm „Generationsübergreifende Freiwilligendienste“ (2005-2008) hat mittenmang diese Idee ausprobiert.

Diese Idee einer Teilhabe am gesellschaftlichen Leben durch ein eigenes Engagement hat viele Facetten: die Übernahme von Verantwortung, direkte Unterstützungsangebote für diejenigen zu entwickeln, die Freiwilligenhilfe annehmen möchten, den Einsatz eigener Erfahrungen zu wagen, die Qualität des eigenen Expertentums selbst anzuerkennen und sie dann anderen zugute kommen zu lassen – und damit eine Rolle im Gemeinwesen zu spielen, Bedeutung in den Augen anderer zu bekommen und sich selbst auch Bedeutung zuzuschreiben.
Dass die Freiwilligen auch Menschen mit Behinderungen sein können und diese nicht stets als hilfebedürftige Personen angesehen werden müssen, war das Innovative der mittenmang-Idee.

So könnte mittenmang im Rückblick auf fünf Entwicklungsjahre beschrieben werden.
Fazit: Die mittenmang-Idee, bürgerschaftliches Engagement als Teilhabe und Wahrnehmung von Bürgeraktivitäten auch Menschen mit Behinderungen zuzutrauen war richtig, sie ist tragfähig und ausbaufähig.

In Schleswig-Holstein gehört die mittenmang-Idee zur Leitidee der Inklusion von Menschen mit Behinderungen. Inklusion ist eine Bewegung der gesellschaftlichen Veränderung, die stark von der Landesregierung getragen und vom Sozialministerium durch eine Reihe von innovativen Maßnahmen begleitet wird. Inklusion richtet sich gegen den sozialen Ausschluss von Gruppen; sie sucht nach Gesellschaftsentwürfen und -konkretisierungen, die den verschiedenen Gruppen von Menschen ihren Eigensinn lassen und ein gesellschaftliches Miteinander ermöglichen.

Die Freiwilligenzentren mittenmang zeigen jetzt schon eine inklusive Realität. Es gelingt, Menschen mit unterschiedlichem Bildungsstand, aus verschiedenen gesellschaftlichen Milieus, mit unterschiedlichen Erfahrungshintergründen, großen Altersspannen und verschiedenen Behinderungen oder eben ohne Behinderung in Freiwilligenteams zusammenzubringen und zu halten.
Damit sind diese kleinen inklusiven Inseln vorbildhaft – einfach ist das allerdings nicht immer. Alle Beteiligten müssen Geduld, Respekt, Empathie, Lernbereitschaft und Humor mitbringen, um im Team zu Recht zu kommen.
Auch lohnt es sich, nicht reaktiv zu bleiben, nicht zu erdulden oder zu klagen, sondern zu verstehen und kreative Lösungen für sich, die Gruppe und diejenigen zu suchen, die das Engagement bekommen und somit aktiv zu handeln. Als handelnde Personen sind die mittenmang-Freiwilligen nicht mehr vorrangig KlientInnen, Hausfrauen, Rentner, SchülerInnen, Studierende, sondern engagierte BürgerInnen!

„Das Private ist politisch“ – so hieß der wichtigste Slogan der 2. Frauenbewegung. Dies gilt auch für die mittenmang-Zentren. Es geht immer wieder darum, dass die Beteiligten den gesellschaftlichen Wert ihres Engagements erkennen, dass die Schwierigkeiten im Bereich von Behinderung nicht stets als individuelles Problem missgedeutet werden, und es geht darum, das Thema Behinderung als gesellschaftliches Querschnittsthema zu erkennen. Dieses stellt uns allen, auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft, noch eine Vielzahl von Aufgaben.
 
Der Weg mag beschritten sein, aber das Ziel ist noch weit.

Durch zahlreiche Präsentationen ist die mittenmang-Idee bei den Wohlfahrtsverbänden, einzelnen Trägern und in verschiedenen Bundesländern bekannt geworden. Seit 2009 ist mittenmang Leuchtturmprojekt im Bundesmodellprogramm „Freiwilligendienste aller Generationen“: Es gilt Viele mit der Engagement-Idee „anzustecken“ und zu eigenen Freiwilligeninitiativen zu ermuntern mit passenden Engagementmöglichkeiten in ihren Gemeinwesen.
Die Leuchttürme sind dabei behilflich – also auch mittenmang, mit der Weitergabe von Erfahrungen, der Chance einer „Leuchtturmbesichtigung“ in Schleswig oder Bad Segeberg und mit der Ermunterung derjenigen Akteure – ob Kommunen, Träger, Initiativen – die ebenfalls das bürgerschaftliche Engagement in ihrem Gemeinwesen ausbauen wollen.

Mittenmang unterhält zwei Freiwilligenzentren in Schleswig und in Bad Segeberg.

Weiterführende Informationen: www.mittenmang.info