Skip to main content

Bundespräsident verleiht Bundesverdienstorden an engagierte Schleswig-Holsteiner

Von: Br

Susanne Itzerott aus Wohltorf, Claudine Nierth aus Raa-Besenbek und Walter Vietzen aus Hohenwestedt werden am 22. Mai auf Schloss Bellevue durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Das Staatsoberhaupt würdigt damit herausragendes Engagement für Freiheit und Demokratie sowie gegen Rechtextremismus und Gewalt. Insgesamt werden 24 Frauen und Männer aus ganz Deutschland geehrt. Anlass ist der 69. Jahrestag des Inkrafttretens des Grundgesetzes am 23. Mai. Der Bundesverdienstorden ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Im Anschluss an die Verleihung sind die Schleswig-Holsteiner zu Gast in der Vertretung des Landes beim Bund in Berlin.

Susanne Itzerott engagiert sich seit gut vier Jahrzehnten in Kommunal-, Kreis- und Bundespolitik. Dabei setzt sie sich besonders für die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie für mehr Frauen in politischen Gremien ein. Im Vorstand des Vereins KopF e. V., einem kommunalpolitischen Netzwerk für Frauen im Herzogtum Lauenburg, macht sie sich für dieses Ziel stark. Als erstes weibliches Mitglied der Gemeindevertretung in Wohltorf startete ihr kommunalpolitisches Engagement in den 70er-Jahren. Heute ist Susanne Itzerott 2. stellvertretende Bürgermeisterin ihrer Heimatgemeinde. Sie hat die Einrichtung eines Umweltausschusses initiiert und ist seit mehreren Wahlperioden dessen Vorsitzende. Außerdem engagiert sich Itzerott seit nahezu 30 Jahren in den Gremien des Kreises Herzogtum Lauenburg. Seit 1992 gehört sie mit Unterbrechungen dem Kreistag an und war zwischenzeitlich bürgerliches Mitglied verschiedener Ausschüsse, z.B. dem Jugendhilfeausschuss, wo sie sich für den Ausbau der Kinderbetreuung stark gemacht hat. Darüber hinaus ist Itzerott stellvertretende Bundesvorsitzende der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker.

Claudine Nierth unterstützt seit den 80er-Jahren die Aktion Volksentscheid und ist seit 1998 Bundesvorstandssprecherin von "Mehr Demokratie e.V.". Der Verein setzt sich für die Schaffung bzw. den Ausbau von direktdemokratischen Instrumenten, insbesondere Volksabstimmungen auf Landes- und Bundesebene, ein. Claudine Nierth unterstützte Volksinitiativen in Hamburg und Schleswig-Holstein, aber auch auf Bundesebene. Als anerkannte Expertin für direktdemokratische Fragestellungen beriet sie die Enquete-Kommission betreffend der "Stärkung der Demokratie in Österreich" 2014/15. Außerdem engagiert sich Nierth im Vorstand der Gemeinnützigen Treuhandstelle Hamburg e.V. Der Verein bemüht sich um Gelder in Form von Schenkungen, Stiftungen oder Spenden, um Initiativen in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Walter Vietzen setzt sich seit mehr als drei Jahrzehnten für Frieden und Demokratie sowie für Menschenrechte und Menschenwürde ein. Dem Lehrer für Deutsch und Biologie war es stets ein wichtiges Anliegen, weit über die Wissensvermittlung der Schule hinaus die Geschichte des Nationalsozialismus und insbesondere die Geschichte von Widerstand und Verfolgung in der Region Kellinghusen zu vermitteln. Er war Initiator des Projektes "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" an der Gemeinschaftsschule in Kellinghusen. Darüber hinaus hat er zahlreiche Projekte zur nationalsozialistischen Vergangenheit seiner Heimatstadt Kellinghusen realisiert. Dazu gehören die Organisation von Ausstellungen, Zeitzeugengesprächen, Expertenvorträgen und Exkursionen zu KZ-Gedenkstätten. Außerdem ist er an der Verlegung der Stolpersteine in Kellinghusen beteiligt und an der Erarbeitung der Broschüre "Der Ungeist kehrt wieder - eine Stadt wehrt sich gegen ihre rechtsextreme Szene". Sein intensives Engagement stieß auch auf Widerstände: 2007 wurde Vietzen über Monate hinweg von Neonazis terrorisiert. Ein Filmprojekt seiner Schüler hierüber erhielt den Hamburger Bertini-Preis für junge Menschen mit Zivilcourage. So hat Vietzen an seinem eigenen Beispiel jungen Menschen gezeigt, dass man sich nicht einschüchtern lassen darf und "Widerstand machbar ist".



Übermittlung Ihrer Stimme...
Bewertungen: 5.0 von 5. 1 Stimme(n).
Klicken Sie auf den Bewertungsbalken, um diesen Artikel zu bewerten.